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Quer durch den Berliner Bezirk Spandau entsteht entlang des Bullengraben, Egelpfuhlgraben und Burgwallgraben ein neuer Grünzug



Entlang der Südekumzeile haben die Bauarbeiten begonnen/ Grünausgleich für Baumaßnahmen der Bahn in Spandau

(Berlin, 09. Dezember 2004) Auf den Streetballplatz am Geschwister-Scholl-Heim im Spandauer Magistratsweg sind die Bauleute gezogen, die Geräte auf dem benachbarten Spielplatz werden demontiert. Bis Ende nächsten Jahres entsteht zwischen dem Magistratsweg und dem Stieglakebecken der erste Teil eines Grünzuges, der vom Nennhauser Damm bis zur Havel auf rund fünf Kilometern quer durch den Berliner Bezirk Spandau führen wird. Rund zehn Millionen Euro investiert die Bahn in die Aufwertung der insgesamt 20 Hektar großen Flächen entlang des Bullengrabens, Egenpfuhlgrabens und Burgwallgrabens sowie am Lindenufer. Damit werden Eingriffe in Natur und Landschaft im Zuge der Baumaßnahmen an der Schnellbahnstrecke Hannover Berlin im Berliner Stadtgebiet ausgeglichen.

Im ersten Teilabschnitt des Grünzuges zwischen dem Magistratsweg und dem Stieglakebecken werden der Spielplatz, der Rodelhügel sowie die Wege und Grünflächen umgestaltet. Es entsteht eine neue Brücke über den Amalienhofgraben sowie ein Steg über die Bullenwiese, der als Fuß- und Radweg nutzbar sein wird.

Während der Arbeiten kann der Spielplatz nicht genutzt werden. Der Rodelhügel bleibt jedoch während der Wintermonate nutzbar, auch der Weg entlang des Bullengrabens wird weitgehend offen bleiben. Der jeweilige Arbeitsbereich wird mit Bauzäunen gesichert.

Ebenfalls jetzt begonnen haben die Bauarbeiten am Spandauer Burgwallgraben. Für diese Arbeiten "unter anderem Einbau einer 92 Meter langen Spundwand" wird der Weg entlang des Burgwallgrabens bis Ende des Jahres 2005 gesperrt bleiben.

Das Projektmanagement für die Neugestaltung des Grünzuges liegt in den Händen der DB ProjektBau GmbH, die Gesamtplanung in den Händen der Grün Berlin Park und Garten GmbH. Die jetzt begonnen Arbeiten werden von zwei Firmen aus der Region ausgeführt: Firma Reinhold Fehmer GmbH, Falkensee, und Wasser- und Kulturbau Leegebruch GmbH, Leegebruch.

Hintergrund zum Grünzug Bullengraben



Warum baut die Bahn einen Park?

Als 'Verkehrsprojekt Deutsche Einheit' wurden die Bahnverbindungen von Spandau in das Havelland Richtung Rathenow und Nauen wieder aufgebaut und es entstand die ICE-Strecke nach Hannover. Spandau erhielt einen neuen Fernbahnhof und wieder Anschluss an das Berliner S-Bahnnetz. Für die bessere Bahnanbindung Spandaus wurden im Bezirk allerdings Grünflächen in Anspruch genommen.

Diese Eingriffe in Natur und Landschaft müssen, so fordert es das Bundesnaturschutzgesetz, ausgeglichen werden. Deshalb werden im Bezirk Spandau auf insgesamt 30 Hektar mit einer Investition von rund 14 Millionen Euro innerstädtische Grünflächen gestaltet. Bereits abgeschlossen sind die Arbeiten an den Natur- und Erholungsflächen auf den Spektewiesen. Nun wird auch der Grünzug am Lindenufer, Burgwallgraben, Bullengraben und Egelpfuhlgraben ökologisch aufgewertet.

Was entsteht?

Vom Spandauer Burgwall bis nach Staaken entsteht eine neue Grünverbindung entlang des Bullengrabens mit dem rund fünf Kilometer langen Bullengrabenweg. Er verbindet wiederhergestellte Feuchtwiesen, renaturierte Gewässer, Spiel- und Erholungsflächen. Neue Brücken und Stege ermöglichen einen behutsamen Zugang zu den Gewässern und zu ökologisch wertvollen Grünbereichen.

Zahlen und Fakten:

Bäume: 731Fuß- und Radwege: 8 KilometerZu bepflanzende Fläche: 91.500 m˛Pflegemaßnahmen auf: 46.800 m˛Spielflächen: 3.700 m˛Brücken, Stege, Plattformen: 14

Geschichte des Bullengraben:

Der Bullengraben erhielt seinen Namen vermutlich vom slawischen Wort für Heuballen. Der Graben diente seit Jahrhunderten der Entwässerung der feuchten Niederung westlich der Havel und ermöglichte so Weide- und Heuwirtschaft.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte um den Bullengraben die städtische Besiedlung ein. Seit etwa vierzig Jahren dient der Bullengraben auch zur Aufnahme des Regenwassers aus den Stadtquartieren West-Spandaus, das bei Starkregen in den Bullengraben geleitet wird. Um das Wasser aufnehmen zu können, wurde der Bullengraben stark ausgebaut und hat so seine heutige geometrische Form erhalten. Im vergangenen Jahrzehnt wurden weitere neue Stadtquartiere am Stadtrand an das Regenwasser-Abflusssystem Bullengraben angeschlossen und ein zusätzliches Rückhaltebecken gebaut.

Nunmehr wird der gesamte Grünzug naturnah neu gestaltet.