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Der Anbau der genmanipulierten Maissorte Mon810 des Saatgut-Konzerns Monsanto entspricht nicht geltendem EU-Recht. Gemaess der EU-Richtlinie 2001/18 muessen beim Anbau von Gen-Saaten Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit kontinuier

Gen-Mais Anbau ohne Kontrollen.

Gen-Mais Anbau ohne Kontrollen


Greenpeace: Europaeische Kommission versagt bei Zulassung von Gen-Saaten

Hamburg, 15. 2. 2005 - Der Anbau der genmanipulierten Maissorte Mon810 des Saatgut-Konzerns Monsanto entspricht nicht geltendem EU-Recht. Gemaess der EU-Richtlinie 2001/18 muessen beim Anbau von Gen-Saaten Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit kontinuierlich ueberwacht werden. Nach Recherchen von Greenpeace existiert ein derartiger Ueberwachungsplan fuer Mon810 nicht, obwohl der ehemals zustaendige EU-Kommissar David Byrne dies oeffentlich behauptete. Trotz dieses Verstosses hat die EU-Kommission im September 2004 die Aufnahme des Gen-Maises als erstes gentechnisch veraendertes Saatgut in den Sortenkatalog der EU genehmigt. Damit kann die Gen-Pflanze in der EU verkauft werden.

Greenpeace-Aktivisten fordern daher heute Verbraucherministerin Renate Kuenast (Gruene) in Berlin mit einem 'Stopp-Gen-Mais'-Schild auf, die Konsequenz aus der fehlenden Risikokontrolle zu ziehen. Etwa 100 deutsche Landwirte wollen dieses Jahr Gen-Mais anbauen. Bereits im vergangenen Jahr wurde fast ausschliesslich Gen-Mais von Monsanto im deutschen Erprobungsanbau ausgebracht.

'Die EU-Kommission hat ihre Mitgliedsstaaten durch falsche Informationen in die Irre gefuehrt', sagt Christoph Then, Gentechnikexperte von Greenpeace. 'Damit untergraebt die Kommission die derzeit geltenden Sicherheitsstandards der Europaeischen Union. In Deutschland darf unter diesen Voraussetzungen kein Gen-Mais ausgesaet werden.'

Der Gen-Mais Mon810 enthaelt ein so genanntes Bt-Gift, das die Pflanzen vor Insektenfrass schuetzen soll. Juengste wissenschaftliche Publikationen zeigen ein alarmierendes Spektrum moeglicher negativer Auswirkungen dieser Gen-Pflanzen. So kann sich das Gift im Boden anreichern und geschuetzte Insekten gefaehrden. Der Ueberwachungsplan von Monsanto aus dem Jahr 1995 sieht jedoch lediglich vor, im Freilandversuch das Entstehen von moeglichen Resistenzen bei Schaedlingen zu beobachten. Weitere Risiken des Anbaus werden nicht beschrieben.

In einer Pressemitteilung vom 8. September 2004 hatte David Byrne behauptet, Monsanto haette seine Risikoforschung verbessert: Es wuerde ein aktualisierter Ueberwachungsplan vorliegen, der der Rahmenrichtlinie 2001/18 genuege. Dieser sei von den Mitgliedsstaaten der EU akzeptiert. Nachfragen bei Behoerden in Deutschland, Daenemark und Oesterreich haben jedoch ergeben, dass dieser Plan nicht vorliegt.

Der Anbau von Gen-Pflanzen in Deutschland wird jetzt zur Nagelprobe fuer Kuenast, die sich dem Schutz der Umwelt und der Verbraucher verpflichtet hat. Denn die europaeische Gesetzgebung erlaubt nationalen Regierungen, Massnahmen gegen den Anbau von Gen-Pflanzen zu ergreifen, wenn nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Gefaehrdung von Mensch und Umwelt nicht ausgeschlossen werden kann. Ungarn hat bereits im Januar gehandelt. Das ungarische Landwirtschaftsministerium hat Einfuhr und Anbau von Mon810 untersagt.

Quelle: Meldung von Greenpeace